Inklusion Gemeinsam Wohnen

HOME NOT SHELTER! – Inklusion leben

Gemeinsam leben statt getrennt wohnen – das ist der Leitsatz des großartigen Wohnprojekts, das von der TU Wien, der TU Berlin, der TU München, der Jade Hochschule Oldenburg sowie der Universität Hannover entwickelt und von der Hans Sauer Stiftung getragen wird. Die Initiative HOME NOT SHELTER! setzt Inklusion in die Tat um, indem sie gemeinsamen Wohnraum für Studierende und Flüchtlinge schafft. 

 

 Das Projekt im Querschnitt

Über ein Jahr gingen die Workshops, in denen Architekten, wissenschaftliche Mitarbeiter der Universitäten, Studenten und Flüchtlinge zusammengekommen sind, um gemeinsam an der Ideenfindung und möglichen Umsetzung des Projekts zu arbeiten.

Während seines Vortrags an der Uni Passau im Rahmen der Vorlesungsreihe „Urbane Lebensräume zwischen Wertschöpfung und Teilhabe“ äußerte Ralf Pasel, Vertreter des Projekts an der TU Berlin, dass durch solche Initiativen partizipativer Architektur Identität aufgebaut und letztendlich Inklusion verwirklicht werden kann.

 

 

Inklusion durch Architektur

Im Wintersemester 2015/2016 fertigten die Architekturstudenten der beteiligten Hochschulen zahlreiche Entwürfe an, die das Thema Wohnraum für Flüchtlinge von einer ganz anderen Seite beleuchten. Die Ergebnisse geben innovative Antworten darauf, wie Inklusion durch gemeinsames Wohnen umgesetzt und Nachhaltigkeit garantiert werden kann.

 

Entwürfe Studierender der beteiligten Unis. Foto verfügbar unter https://homenotshelter.com/project-type/studentenentwuerfe/

Ein neues Zuhause schaffen

Exemplarisch umgesetzt worden sind die planerischen Arbeiten erstmals in der Initiative Traudi in Wien. Dort wurde der vierte und fünfte Stock der ehemaligen Zentralniederlassung von Siemens im 10. Quartier der Stadt in eine gemeinsame Unterkunft für Studierende und Geflüchtete umgewandelt.

Das Gebäude wird von der Caritas betrieben und soll nun für rund 70 junge Migranten und für 70 Studierende oder junge Menschen in Berufsausbildungen ein neues Zuhause werden. Vorerst läuft das Projekt über drei Jahre.

 

Inklusion durch Architektur

Ehemals Bürogebäude, jetzt integratives Wohnprojekt. Foto: Paul Kranzler, Leipzig

Bewusst werden ausschließlich Steckverbindungen mit Holz verbaut sowie Grundgerüste, die die Bewohner selbst erweitern und an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können. Wie in Österreich üblich werden die Schlafräume zwischen zwei bis drei Personen geteilt.

 

Inklusion durch Architektur

Ein (fast) fertig eingerichtetes Zimmer. Foto verfügbar unter www.facebook.com/traudiwas

Jeder neue Bewohner erhält sein Zimmer im „Rohzustand“. Die von ihm gewünschte Ausbauvariante wird mit den Traudis – so nennen sich die Studierenden der TU Wien, die das Projekt umsetzen – gemeinsam erarbeitet und die Grundkonstruktion den Vorstellungen und Präferenzen angepasst.

 

Inklusion durch Architektur

Gemeinsames Arbeiten im Traudi-Projekt. Foto: Petra Panna Nagy, Wien

Das eigene Zimmer baut also jeder selbst auf. Auch an den Gemeinschaftsräumen haben die HOME NOT SHELTER!-Studenten und -Flüchtlinge gemeinsam gearbeitet. So soll eine möglichst hohe Identifikation mit dem neuen Zuhause erzielt werden.

Vorbild in der Wohnraumdebatte

In Deutschland ist die Umsetzung bisher aus Mangel an entsprechenden Gebäuden gescheitert, die sich zum einen in stabilen Vierteln der beteiligten Städte und zum anderen im Rahmen des finanziell Möglichen befinden. Es liegt nun in den Händen der Vertreter der Politik, diese Ideen gemeinsam mit Architekten, Stadtplanern, Geldgebern und engagierten Bürgern in die Tat umzusetzen.

Inklusion BETO App

 

Im ganz alltäglichen Rahmen kann man sich über BETO engagieren. Die App verbindet Menschen lokal anhand von Gesuchen und Angeboten verschiedenster Art – sei es die Begleitung zu einer Behörde, Sprachunterricht oder gemeinsames Kochen. Jeder Einzelne kann so mit seinen Stärken dazu beitragen, das gesellschaftliches Miteinander zu fördern.

BETO – we’re better together.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

16 + 20 =